Marie Brunner pflegte die Wegkapelle in Kulmerau über mehrere Jahrzehnte. In diesem Frühling gab sie das Amt ab. Nun ist Anita Flühler für die Pflege des Käppelis zuständig.

Wer von Triengen Richtung Kulmerau fährt, hat vielleicht schon einmal kurz vor Ortseingang die kleine Wegkapelle auf der linken Strassenseite bemerkt. Erbaut wurde sie im Jahre 1577 durch die Familien Wyss (Leos) und Häfliger (Sonnenwirts), die Initialen der Familien zieren noch heute die Wölbung des Eingangs. Ursprünglich waren die beiden Familien für den Unterhalt der Wegkapelle zuständig. «Diese Information wurde vermutlich bei einer Grundbuchbereinigung gelöscht», weiss Urban Gassmann, der sich intensiv mit der Dorfgeschichte Kulmeraus und dadurch auch mit der Wegkapelle auseinandergesetzt hat. Marie Brunner begann aus Eigen - initiative mit der Pflege der Wegkapelle vor über 30 Jahren, da sich lange Zeit niemand darum gekümmert hatte. «Irgendwann habe ich angefangen, Blumen hinzustellen», erzählt sie. Diese Arbeit führte sie freiwillig aus. Sie achtete darauf, dass die Blumen stets genügend Wasser hatten und dass eine Kerze brennt. Auch Spinnweben entfernte sie im Innern der Wegkapelle. Nach jahrzehntelanger Pflege des Käppelis gab die 87-jährige Marie Brunner das Amt im Frühling dieses Jahres ab.

Nachfolgerin gefunden
Neu ist Anita Flühler dafür zuständig, dass die Wegkapelle regelmässig mit neuem Blumenschmuck oder Kerzen geziert wird und gepflegt bleibt. «Ich habe lange überlegt, ob ich das Amt annehme. Noch mehr Arbeit suche ich eigentlich nicht», erzählt Anita Flühler schmunzelnd. Wie viele der Kulmerauer Bevölkerung hatte auch sie zuvor keinen Bezug zum Käppeli. Dennoch wuchs es ihr in der kurzen Zeit, seit sie für dessen Pflege zuständig ist, bereits ans Herz. Auch wenn die Pflege der Wegkapelle eine stille Arbeit ist, werde diese von den Anwohnenden geschätzt, bestätigt Anita Flühler und ergänzt: «Wäre die Wegkapelle nicht mehr da, würde etwas fehlen.» Die Kapellenstiftung Kulmerau zeigt sich Marie Brunner gegenüber wertschätzend und ist dankbar, dass durch Anita Flühler die Pflege der Wegkapelle weiterhin in guten Händen ist.
Marion Kaufmann, Surseer Woche